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Betriebsfortführung

Eine erfolgreiche Sanierung aus der Insolvenz kann häufig mit einer Operation verglichen werden. Nach Bestellung des vorläufigen Insolvenzverwalters (Einlieferung des Patienten in das Krankenhaus) muss der Geschäftsbetrieb aufrechterhalten werden, um die anschließende Sanierungslösung (Operation) zu ermöglichen. Kann der Geschäftsbetrieb nicht fortgeführt werden oder kann ein schon eingestellter Geschäftsbetrieb nicht wieder eröffnet werden, ist die Grundlage für eine Sanierungslösung regelmäßig nicht mehr vorhanden. Insofern ist es besonders wichtig, zu Beginn des Insolvenzverfahrens die Weichen für eine erfolgreiche Betriebsfortführung zu stellen. In der Regel reichen ein im Kern profitabler Geschäftsbetrieb und ein guter Mann bzw. eine gute Frau. Das A und O einer Betriebsfortführung ist der Liquiditätsplan, der zeigt, ob die Betriebsfortführung zu vertreten ist. Weist der Liquiditätsplan ein positives Ergebnis aus, kann der Geschäftsbetrieb in der Regel fortgeführt werden. Die Betriebsfortführung kann dann für - teilweise einschneidende - Sanierungsmaßnahmen genutzt werden. Verträge und Dauerschuldverhältnisse können gekündigt, nicht profitable Geschäftsfelder aufgegeben und rentable Teile forciert werden. Darüber hinaus kann die Finanzierung umgestellt und das Management neu ausgerichtet bzw. ergänzt oder ersetzt werden. Im Einzelfall können weitere Sanierungsmaßnahmen notwendig sein.

Während der Betriebsfortführung bleibt der Vorstand/die Geschäftsleitung regelmäßig „an Bord“, wird allerdings durch den (vorläufigen) Insolvenzverwalter kontrolliert. Die Kontrolldichte ist zu Beginn der Betriebsfortführung in der Regel am höchsten (Soll - Ist Abgleich).

Die Betriebsfortführung in der Insolvenz endet mit der erfolgreich umgesetzten übertragenden Sanierung oder der Rechtskraft eines Insolvenzplanes.

Prof. Dr. Florian Stapper hat als (vorläufiger) Insolvenzverwalter eine Vielzahl von Betrieben der unterschiedlichsten Branchen und Größen fortgeführt.