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Eigenverwaltung

Vorstände/Geschäftsführer scheuen sich gelegentlich, einen Insolvenzantrag zu stellen, weil sie nicht wissen, wen das Gericht als Insolvenzverwalter bestellt. Bei der Eigenverwaltung wird lediglich ein Sachwalter durch das Gericht bestellt, der gegenüber dem Insolvenzverwalter nur sehr eingeschränkte Befugnisse hat. Insbesondere verbleibt die allgemeine Verfügungsbefugnis bei dem insolventen Unternehmen (§ 274 Abs. 2 InsO). Die Gerichte werden nur dann die Eigenverwaltung anordnen, wenn sichergestellt ist, dass während der Eige nverwaltung die Rechtsordnung und insbesondere die Insolvenzordnung strikt eingehalten wird. Das kann sichergestellt werden, indem ein langjährig erfahrener Insolvenzexperte in den Vorstand/Geschäftsleitung berufen und mit ausreichend Kompetenzen ausgestattet wird. Aufgabe des Insolvenzexperten im Vorstand/Geschäftsleitung ist es dann, für die Einhaltung der Rechtsordnung während des Insolvenzverfahrens Sorge zu tragen und eine Sanierungslösung – etwa einen Insolvenzplan – auszuarbeiten und durchzusetzen. Ist der Insolvenzplan rechtskräftig, scheidet der Insolvenzexperte aus dem Vorstand/Geschäftsleitung wieder aus.