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übertragende Sanierung

Bei der übertragenden Sanierung übernimmt eine sog. Auffanggesellschaft Teile des Geschäftsbetriebs. Gesellschafter und Geschäftsführer der Auffanggesellschaft stammen gelegentlich auch aus dem insolventen Unternehmen. Die Auffanggesellschaft übernimmt den betriebsnotwendigen Teil der Aktivseite der Bilanz vom Insolvenzverwalter (Rosinentheorie). Einzelheiten und Details werden mit dem Insolvenzverwalter ausgehandelt.

Der Insolvenzverwalter führt den Geschäftsbetrieb in der Regel nur solange fort, bis die Auffanggesellschaft zu einem vorher vereinbarten Termin den aktiven Geschäftsbetrieb übernimmt. Mit Übergabe des aktiven Geschäftsbetriebes wird die Betriebsfortführung durch den (vorläufigen) Insolvenzverwalter eingestellt und die Auffanggesellschaft führt den Geschäftsbetrieb fort.

Die übertragende Sanierung hat zahlreiche Vorteile. Die an die Auffanggesellschaft verkauften Vermögensgegenstände können regelmäßig zu Fortführungswerten verkauft werden. Die Auffanggesellschaft übernimmt in der Regel den halbfertigen Auftragsbestand und wickelt im Auftrag des Insolvenzverwalters Restarbeiten ab. Insofern erhält die Masse zusätzliche Einnahmen und spart auf der Passivseite Schadenersatzforderungen ein. Darüber hinaus übernimmt die Auffanggesellschaft regelmäßig Mitarbeiter des insolventen Unternehmens und Dauerschuldverhältnisse. Die übertragende Sanierung kann in der Regel schneller umgesetzt werden, als die Sanierung über einen Insolvenzplan.

Rechtsanwalt Prof. Dr. Florian Stapper hat als Insolvenzverwalter eine Vielzahl von Unternehmen der unterschiedlichsten Branchen und Größen durch übertragende Sanierung saniert.